3 Tipps für den Praxiskauf aus Käufersicht

1.
Überlegen Sie sich vor dem Praxiserwerb in welcher Struktur / Rechtsform (BAG, MVZ etc.) Sie die Praxis erwerben wollen. Ein Erwerb als Einzelperson mit späterer Einbringung in einen anderen Rechtsträger kann unnötige Steuerlasten auslösen.

2.
Versuchen Sie eine sinnvolle Aufteilung des Kaufpreises in Substanzwert und ideellen Wert zu erreichen. Regelmäßig lässt sich der ideelle Anschaffungswert schneller abschreiben, so dass damit gerade in der Startphase deutliche Steuerentlastungen verbunden sind.

3.
Schauen Sie nicht nur auf die Umsätze und Fallzahlen der Vergangenheit, sondern auch auf die zugewiesenen Budgets und Budgetsteigerungsmöglichkeiten. Eine aus Ihrer Sicht erreichbare Fallzahl hilft wenig, wenn das Budget hierfür nicht ausreichend ist. Einschränkungen bei der Budgetsteigerung ergeben sich häufig aus den Honorarverteilungsmaßstäben der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung. Probleme treten insbesondere auf, wenn der Abgeber in den Quartalen unmittelbar vor der Übergabe die Fallzahlumfänge absichtlich oder unabsichtlich zurückfährt.

Dies ist ein Beitrag unseres Experten:

3 Tipps für den Praxiskauf aus Verkäufersicht

1.
Fangen Sie frühzeitig mit der Vorbereitung der Praxisnachfolge an (3- 5 Jahre vor gewünschtem Abgabestichtag!). Ein Praxisverkauf ist ein komplexes Unterfangen, in welches auch Dritte (Vermieter, Banken, Personal) miteinbezogen werden müssen. Häufig scheitern Praxiskäufe auch an wirtschaftlichen oder gar menschlichen Differenzen. Nicht immer sind die ersten Interessenten gleich die richtigen, zumal Interessenten zu Beginn der Verhandlungen meist noch nicht einmal eine Finanzierungszusage vorlegen können. Unbedingt vermieden werden sollte ein Notverkauf unter Zeitdruck.

2.
Überlegen Sie sich, ob und wie Sie nach der Praxisabgabe noch tätig sein wollen oder sogar müssen. Hierbei sind etwaige Wettbewerbsverbote zu bedenken, die in Praxiskaufverträgen regelmäßig enthalten sind. Auch sollte nach dem Praxisverkauf möglichst nur noch eine Angestelltentätigkeit ausgeübt werden, da sonst wichtige Steuerprivilegierungen im Zusammenhang mit der Praxisveräußerung wegfallen können.

3.
Wenn Sie Mitglied einer Berufsausübungsgemeinschaft oder MVZ-Gesellschafter sind: Wägen Sie sorgfältig ein Abfindungsszenario (die anderen Gesellschafter zahlen Sie aus) gegen eine Anteilsveräußerung (neuer Käufer zahlt für Ihren Sitz/Anteil) ab